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GfM – Schweizerische Gesellschaft für Marketing

Wie Sprachsteuerung das Marketing verändert

Screenshot Siri

Jean-Marc Grand hat es in seinem Bericht über das Silicon Wadi angetönt: Sprachsteuerung wird im Marketing eine zunehmen wichtige Rolle spielen.

Was in Filmen wie StarTrek noch als Technik einer fernen Zukunft erschien, ist mit Siri, Alexa, Cortana und Co in vielen Haushalten bereits Realität. Bestellungen, die z.B. via Echo von Amazon, getätigt werden, liegen rund 10% höher als klassische Online-Bestellungen. Noch besser: Auch die Frequenz, in der Käufe getätigt werden ist signifikant höher.

Was heisst das für Ihr Marketing?

Kunden werden bei Suchmaschinen nicht mehr einzelne Suchbegriffe verwenden, sondern ganze Fragen stellen. Die Technik muss deren soziale und semantische Bedeutung erkennen und verstehen   Statt eine Webseite auf Keywords zu optimieren, werden Sie Inhalte so aufbereiten müssen, dass der soziale und semantische Kontext für die Suchmaschine erfassbar wird. Das heisst, dass zum Beispiel Likes und Shares sichtbar gemacht werden müssen.

Sprachsteuerung hat direkten Einfluss auf Ihre Webseiten, Apps und Geräte:

Wer dem Computer oder dem Handy eine gesprochene Frage stellt, will oft auch eine gesprochene Antwort – und wird deshalb wo möglich gar nicht mehr auf Ihrer Webseite landen.

„Ich brauche Gummistiefel, Wo kann ich günstige Stiefel kaufen?“ liefert aktuell noch eine Link-Liste. In nicht allzuferner Zukunft könnte die Antwort aber auch via Lautsprecher kommen:  „Am nächsten ist Dosenbach in Baden. Soll ich dir einen Zug raussuchen?“

Marken, die es schaffen, ihr Produkt zum generischen Wort zu machen, haben hier natürlich einen klaren Vorteil. Jammert ein Kunde „Alexa, ich habe Schnupfen – wo kriege ich eine Grosspackung Kleenex?“ wird er kaum Antworten von Tempo kriegen …

Richtig spannend  kann es werden, wenn Ihre Apps mit Alexa und Co kooperieren:

Sie haben die Lieblingspralinen Ihres Kunden im Angebot – und der hat Geburtstag? Dann kann Alexa ihn wecken mit den Worten: „Alles Gute zum Geburtstag, Michel! Geh auf dem Weg zum Büro bei der Konditorei xy vorbei. Dort kriegst du heute Whiskytruffes zum halben Preis!“ Falls der Kunde gerade keine Zeit hat, kann er Alexa auch auftragen, ihm die Pralinen nach Hause schicken zu lassen. Und das alles, noch bevor er aufgestanden oder rasiert ist, geschweige denn am Computer sitzt.

Stimm- und Spracherkennung bieten weitere Möglichkeiten:

Da heute ja auch Kühlschränke, Waschmaschinen etc. via Internet of Things verbunden sind, werden Kundinnen und Kunden in naher Zukunft Bestellungen direkt am Gerät aufgeben. „Kühlschrank, bestell Milch und Joghurt“ … „Waschmaschine, lass einen Techniker kommen …“ kann schon bald Wirklichkeit werden. Davon profitieren Sie aber nur, wenn Sie solch sprachgesteurte Befehle technisch annehmen und semantisch und sozial korrekt ausführen können.

Firmen wie Swisscom nutzen heute schon Stimmerkennung am Telefon, damit Callcenter-Mitarbeitende wissen, wen Sie am Telefon haben, was Ihre letzten Bestellungen oder Kontakte mit der Firma waren und mehr. Experten gehen davon aus, dass die Technologie als Nächstes das Online Banking ablösen wird: Zahlungen können dann bequem ausgelöst werden – wenns sein muss, über die Freisprechanlage im Auto, unterwegs ins Fitnesscenter. Bankenwebseiten würden somit praktisch obsolet, werden sie doch heute doch praktisch nur zur Abwicklung der Zahlungen genutzt. Wenn die Banken an ihren Kunden dran bleiben wollen, müssen sie sprachgesteuerte Zusatzprodukte entwickeln  – wie Hypothekenrechner, Finanzplanungstools etc.

Wer heute über neue Software nachdenkt, muss auch an Sprachsteuerung denken:

An der Cebit hat Dr. Jörg Haas Fragen zu dieser Entwicklung, zum digitalen Kulturwandel und zu künstlicher Intelligenz beantwortet – und Implikationen für Unternehnmen aus dem Mittelstand genannt. Das lesenswerte Interview finden Sie im Digitusmagazin. Den Link müssen Sie halt noch von Hand anklicken …

Und falls Sie dazu gerne etwas trinken mögen, fragen Sie Alexa nach einem passenden Drink:

… auch das ein erfrischendes Beispiel, wie ein Produzent dank Sprachsteuerung einen echten Mehrwert bietet.

Wir von GfM sind überzeugt, dass uns dieses Thema noch weiter beschäftigen wird – und sind neugierig, was sich in Ihren Betrieben rund um Sprachsteuerung tut. Lassen Sie es uns wissen – entweder hier als Kommentar, oder in Mails an info@gfm.ch!

 

Quellen: